Musical Wege aus der Finsternis

Projekt 2012 „Wege aus der Finsternis“ Eine ganze Schule lässt das Mittelalter wach werden. 

So hieß es nach der Premiere am 26.6.12 in der Genthiner Volksstimme…

Nach über einem Jahr Vorbereitungszeit der 130 Sänger, Tänzer, Instrumentalisten und Sprecher gab es in der Jerichower Klosterkirche Ende Juni 5 Aufführungen, die vom Publikum begeistert aufgenommen wurden. Die anstrengenden Proben und workshops, die zahlreiche Lehrer, Eltern und Bismarck-Freunde gemeinsam mit den Schülern bestritten, haben sich gelohnt. In wunderschönen Kostümen wurde das Mittelalter auf die klösterliche Bühne gezaubert. 

Premiere am Dienstagabend in der Klosterkirche für das Mittelalterprojekt des Bismarck-Gymnasiums. Das Publikum honorierte die Leistung der vielen Akteure unter der Leitung von Anke Held (Chor), Kerstin Mosig (Tanz) und Corina Wienmeister (Texte, Regie) mit anhaltendem Applaus.Jerichow/Genthin.
Eine arme Kirchenmaus im Dialog mit einem Prämonstratenser-Mönch, ein Bischof, der über menschliche Eigenschaften philosophiert, ein schmachtender Minnesänger, ein Kreuzritter, der von Jerusalem-Feldzügen berichtet und vieles mehr - das sind nur einige Szenen, die Regisseurin und Texterin Corina Wienmeister zu einem exzellenten Stück aus einem Guss zusammengefügt hat. Dazwischen aber auch musikalische Gags wie Grönemeyers "Wann ist ein Mann ein Mann" beim Auftritt der Hohen Frau oder die Titelmusik der Sendung mit der Maus bei den Auftritten der Kirchenmaus. Da wurde auch in der Lehrer-Schänke gezecht und derbe Sprüche fehlten nicht. Fürs Auge immer wieder Tänze, Extra-Klasse waren die französisch-mittelalterlichen, die mit Fachleuten bereits seit Monaten einstudiert wurden. Das Engagement aller Mitwirkenden - darunter Chorsänger, Musiker des Projektorchesters mit dem Trinitatis-Ensemble, Mitglieder der Sprechergruppe, Tänzer und Solisten - verdient ein dickes Lob. Bei noch keinem Projekt der vergangenen Jahre war die inhaltliche Umsetzung des Themas so anspruchsvoll. Das Drehbuch bringt Vertreter aller Stände auf die Bühne, lässt sie unterhaltend, aber mit gehörigem Tiefgang über ein fast zweieinhalbstündiges Programm plaudern. Jeder Auftritt von Sprechern, Tänzern und Sängern wurde zu einem großen Mosaik des Abends zusammengefügt. Das Mittelalter öffnet die Tür zu einer neuen Zeit, heißt es somit, bevor der Vorhang fällt. Eine Aussage, die die Regie mit Musik und Tanz feinfühlig und hintersinnig durch das ganze Programm zieht. Während am Anfang des Programms unter den Klängen von Carmina Burana die Ständevertreter (Sprecher) einen Kreis um den Tod bilden, mit dem sie jeweils über ein Band verbunden sind, schreiten sie am Ende unter den gleichen Klängen und im gleichen Bild um den Sensenmann herum, fesseln ihn gehenden Schritts in den Bändern, machen ihn damit bewegungsunfähig. Ach ja, Premierenpech gab es auch: Zwei defekte Head-Sets und ein defektes Mikro. Corina Wienmeister gab ihre Aufregung am Ende der Vorstellung zu: "Doch die Sprecher haben die Panne souverän gemeistert."
Kerstin Mosig