Schüleraustausch Polen 2013

Schüler der 11. Klassen des Bismarck-Gymnasiums waren im Rahmen des deutsch-polnischen Schüleraustausches Anfang Juni in Krakau. Diese Stadt mit ihrer wechselvollen Vergangenheit stellt eine wahre historische Fundgrube für Besucher aus aller Welt dar. Einst Hauptstadt eines starken polnischen Reiches, ist sie aber auch Ort vieler Denkmäler und Bauten der jüdischen Geschichte und Kultur, denn über Jahrhunderte, bis zum Beginn des 2. Weltkrieges, lebten hier im Stadtteil Kazimiers ca. 70 000 Juden, heute sind es noch ca. 200. Der oskarprämierte Spielfilm „Schindlers Liste“ nimmt sich in aufwühlender Weise des Schicksals der Krakauer Juden während der Zeit des Nationalsozialismus an, Regisseur Steven Spielberg drehte dazu größtenteils an Originalschauplätzen in Krakau und auch in Auschwitz. In Vorbereitung auf die Reise hatten die jungen Leute mit ihrer Geschichtslehrerein Frau Mosig den Film noch einmal gesehen, so dass sie die Spuren der Handlung und der Drehorte sehr gut erkennen konnten. Die Führung ging durch das jüdische Viertel, dorthin wo im Film die Liquidierung des Ghettos gedreht wurde, hin zur Fabrik Oskar Schindlers, in der heute elektrische Bauteile hergestellt werden bis zum „ Platz der Ghettohelden“, von wo aus die Deportationen der Juden nach Plaszow bzw. Auschwitz vorgenommen wurden. Auf eigene Faust, ausgestattet mit einem kleinen Lageplan, begaben sich die Jugendlichen gemeinsam mit den polnischen Partnerschülern und den Lehrern dann zum ehemaligen KZ Plaszow, in welchem tausende Menschen im Steinbruch oder außerhalb des Lagers Sklavenarbeit verrichten mussten. Hier wütete auch der „Schlächter von Plaszow“, Lagerkommandant Amon Göth, welcher im Film eine zentrale dämonische Rolle einnimmt, indem er vom Balkon seines Hauses, sozusagen als „Morgengymnastik“ mal eben Häftlinge erschießt. Mit Hilfe des Planes fanden die Schüler seine Villa von damals. Als ihnen dort auch noch überraschend die Tür geöffnet wurde, beschlich beim Betreten des Hauses doch alle ein beklemmendes, ungutes Gefühl. Ein älterer Mann berichtete über vermeintliches Mobiliar Göths und zeigte die Stelle, von wo aus er angeblich auf die Gefangenen schoss. Dass einiges ins Reich der Legende gehört, erfuhren die Schüler im Anschluss von ihrer Stadtführerin Agnieszka. Aber von wo auch immer Göth mordete, gut zu wissen, dass er 1946 seine gerechte Strafe erhalten hat. In Erinnerung müssen vor allem Menschen wie Oskar Schindler bleiben, der mit seiner Liste viele Menschen vor dem sicheren Tod bewahrte und von ihnen dafür einen Ring bekam mit der Inschrift „Wer ein einziges Leben rettet, rettet die ganze Welt“. Das vor allem wurde den Schülern in dieser „Geschichtsstunde der besonderen Art“ bewusst auf den Weg gegeben.


K.Mosig